Plädoyer für eine Politik der Liebe, Wien 2018

Plädoyer für eine Politik der Liebe, Wien 2018

Literarische Tanzperformance von Romina Sylvia Achatz und Melina Papoulia

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Comment by Romina Achatz on March 15, 2018 at 7:19pm

Plädoyer für eine Politik der Liebe

Literarische Tanzperformance von Romina Sylvia Achatz und Melina Papoulia.

Text von Romina Achatz:

"Die Liebe trinkt alles in mir aus

erfüllt und entleert mich zur Gänze

in der Mitternacht

In der Mitternacht zu leben, im Ereignis zu leben, das die chronologische, zählbare Zeit, die gesellschaftlich produziert ist, entzwei schneidet.

Sie zerschlägt die Strukturen der Welt die wir kannten und erschafft eine neue Welt. Ein nutzloser, liebender Körper zu werden, der nicht mehr schläft und kaum atmen kann, macht mich unabsichtlich zu einer Revolutionärin in einer marktwirtschaftlich, produktionsorientierten Welt.

Die Mitternacht macht mich zu ihrer Auserwählten und ihrer Gefangenen. Sie verändert meinen Körper und mein Leben radikal, und zerstückelt meinen Mythos des Selbst, das ich nie bin, nie war, nie sein werde. Die unmittelbare Mitternacht ist nichts anderes als ein ausgedehnter Tod im Lebe, ein langes Einatmen. Jedes Ereignis ist die kleinste Zeit, kleiner als das Minimum der denkbaren kontinuierlichen Zeit, doch es ist auch die längste Zeit, da sich dort das Gefühl von Ewigkeit ausdehnt, die mein Körper substantiell auch ist. Wer war ich in der in der Mitternacht? Nicht ich, ich bin eine andere, wie Rimbaud sagte. Du sagtest je weiter man in die Zukunft sieht, desto unwahrscheinlicher werde sie und du wolltest in meinen Armen sterben. Ich kann sie nicht mehr finden, die Mitternacht. Sie hat mich verlassen und die Fragmente, die Scherben lassen sich nicht mehr zusammenfügen. Sie ist unwiederbringlich verloren. Also sprach Zarathustra:

O Mensch! Gib Acht!

Was spricht die tiefe Mitternacht?

»Ich schlief, ich schlief –,

Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –

Die Welt ist tief,

Und tiefer als der Tag gedacht.

Tief ist ihr Weh –,

Lust – tiefer noch als Herzeleid:

Weh spricht: Vergeh!

Doch alle Lust will Ewigkeit –,

– will tiefe, tiefe Ewigkeit!

Es hat sich nicht eingeschrieben in meinen Körper

Ich grabe und grabe und sie ist unwiderruflich verloren und abgelaufen."

 "Hors Lits" sprich "ORLÌ" = französisch und heißt "Aus dem Bett", "Ausserhalb des Bettes" Es wurde 2005 in Frankreich gegründet und bringt besondere Performance-Events in unterschiedliche Privaträume. Performances, Lesungen, Theater, Konzerte, Tanzstücke können in Wohnungen, Büros, Dachböden, Gärten, Ateliers, ja sogar im Bett stattfinden. Nur nicht da, wo man es erwartet. Hors Lits schafft Bühnen, wo vorher keine waren. Und weil das immer ein Ereignis ist, dass für alle Teilnehmer im Gedächtnis bleibt, wurde das Konzept bereits in viele europäische Städte exportiert - von Montpellier nach Aix de Provence, Béziers, Bordeaux, Marseille, Montreuil, Nantes, Nimes, Paris, Sete, Toulouse und auch nach Belgien, Italien, Portugal, Spanien, Tunesien, Mexiko und in die Schweiz, seit Dezember 2017 auch in Wien. Hors Lits ist mittlerweile ein Netzwerk internationalen Künstleraustausches geworden.

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